Nach Hause!

Lenkgetriebe überholen

 

Achtung: Diese Arbeit erfordert große Sorgfalt, bitte nicht im Hau- ruck verfahren!

Es geht schließlich um eure Sicherheit!

(Lenkgetriebe ausgebaut)
Fahrzeuge mit Motoren bis zur Größe 16 N sind jeweils mit einem Lenkgetriebe ausgerüstet, das eine
Zahnstange von 22 mm 0 aufweist.
Dagegen weist das Lenkgetriebe der Fahrzeuge mit Motoren ab der Größe 16 S eine Zahnstange
von 24mm 0 auf.
Die Lenkgehäuse für beide Zahnstangen-0 sind gleich, jedoch unterscheiden sie sich im
Zusammenbau mit den dazugehörigen Buchsen.

Linkes und rechtes Spurstangengelenk von entsprechender Spurstange abschrauben (Gegenmutter).
Das Spurstangengelenk ist wartungsfrei, darf nicht zerlegt werden und ist nur im Zusammenbau zu ersetzen.

Beide Klemmdrähte vom jeweiligen Faltenbalg entfernen. Balg von Spurstange und vom Lenkgehäuse abnehmen.

Axialgelenk mit Spurstange von Zahnstange abschrauben. Hierbei Zahnstange mit Gabelschlüssel gegenhalten, damit die Verzahnung derselben nicht beschädigt wird. Das Axialgelenk ist wartungsfrei, darf nicht zerlegt werden und ist nur im Zusammenbau zu ersetzen.

Stahlblech-Sechskantgegenmutter für Einstellschraube mit S-1292 lösen, Einstellschraube herausschrauben und Druckfeder sowie Lagerschale aus Einstellschraubenöffnung herausnehmen.

Blechkappe unten vom Lenkgehäuse abdrücken.

Sechskantmutter vom Ritzel durch Gegenhalten, wie Bild zeigt, abschrauben.
Hierbei Ritzel nicht in Endstellung drehen, damit die Verzahnung von Ritzel und Zahnstange nicht beschädigt wird.
Ritzel sowie Zahnstange aus Lenkgehäuse herausziehen.

Sprengring vor Kugellager abnehmen und Lager mit Hammerstiel aus Lenkgehäuse heraustreiben.

Nadellager mit Kukko-Innenauszieher 21/3 in Verbindung mit Kukko-Gegenstütze 22-1 aus Lenkgehäuse herausziehen.

Die beiden Buchsen im langen und im kurzen Lenkgehäusehals werden nacheinander ersetzt.
Zuerst Sintermetallbuchse aus langem Lenkgehäusehals herausziehen. Hierzu Kukko-Innenauszieher 21/3 (Zahnstange mit 22 mm 0) bzw. 21/4 (Zahnstange mit 24 mm 0) in Verbindung mit Kukko-Gegenstütze 22-1 verwenden.

Zum Einpressen beider Lenkgehäusebuchsen ist der Einpreßdorn SW-509 nach den angegebenen Maßen selbst anzufertigen.

Vor dem Einpressen der Sintermetallbuchse darauf achten, daß eine der drei Nuten in der Buchse in entgegengesetzter Richtung der Einstellschraubenöffnung zu liegen kommt.

Neue Buchse mit auf Zahnstange aufgeschraubtem Einpreßdorn SW-509 bis zum jeweiligen Anschlag einpressen. Die im kurzen Lenkgehäusehals verbliebene Führungsbuchse dient hierbei als Führung der Zahnstange.
Das Ersetzen der Führungsbuchse im kurzen Lenkgehäusehals erfolgt in der gleichen Weise wie vorher beschrieben, wobei die Sintermetallbuchse als Führung der Zahnstange dient.

Achtung!
Auf Kennzeichnung des Zusammenbaues "Lenkgehäuse mit Buchsen" achten.
Bei Einbau einer Zahnstange mit 22 mm 0 = nasen-förmiger Anguß am Lenkgehäuse unterhalb der Einstellschraubenöffnung ohne zusätzliche Ansenkung

Bei Einbau einer Zahnstange mit 24 mm 0
= zusätzliche Ansenkung im nasenförmigen Anguß
am Lenkgehäuse.

Alle Teile reinigen, auf Verschleiß und Beschädigungen prüfen, ggf. ersetzen. Besonders Ritzel, Nadellager, Kugellager und Zahnstange auf Freßspuren und Rostansatz prüfen, säubern und mit Lenkungsfett 1948587 gut einfetten. Weiterhin ist der Innenraum des Lenkgehäuses zwischen den Lagerstellen der Zahnstange gleichmäßig rundum mit ca. 50 Gramm (1,76 oz.) Lenkungsfett zu füllen. Darauf achten, daß die drei Nuten (Luftkanäle) der Sintermetallbuchse fettfrei bleiben

Zusammenbauen
Zuerst neues Nadellager mit S-1234 bis zu Anschlag in Lenkgehäuse einpressen.
Achtung!
Der Dichtring im Nadellagerkäfig muß nach oben zur Gehäuseöffnung zeigen.

Kugellager in Lenkgehäuse einsetzen und mit Sprengring sichern.
Achtung!
Der Sprengring muß einwandfrei in seiner Nut sitzen. Bei gut sitzendem Ring beträgt das lichte Maß zwischen den Spannohren 6 mm oder darüber. Der nicht eingerastete Ring weist hier ein lichtes Maß von 2,5 bis 3 mm auf. In dieser Stellung besteht Gefahr, daß die Lenkung klemmt.
Zahnstange und Ritzel in Lenkgehäuse einführen. Die Zahnstangenenden (A) müssen auf beiden Seiten des Gehäuses genau gleichlang überstehen, wobei gleichzeitig das Klemmschraubenloch am Ritzelflansch seitlich liegt. Hierdurch ist die Mittelstellung des Lenkgetriebes festgelegt.

Vor dem Einführen des Ritzels ist der Hohlraum zwischen den Lippen der auf dem Ritzelschaft sitzenden Gummi-Schutzkappe mit wasserbeständigem Wälzlagerfett, Katalog-Nr. 1946254, zu füllen. Auf zentrischen Sitz der Schutzkappe auf dem Ritzelschaft achten, damit eine einwandfreie Abdichtung gegenüber dem Lenkgehäuse gewährleistet ist. Sechskantmutter für Ritzel nach vorgeschriebenem Drehmoment anziehen. Zwischen Kugellager und Mutter eine Scheibe beilegen. Lenkgehäuse mit Blechkappe verschließen.
Lagerschale und Druckfeder in Einstellschraubenöffnung einsetzen.

 

Lenkgetriebe einstellen.
Hierzu Einstellschraube bis zum spürbaren Widerstand in Lenkgehäuse einschrauben (Lenkgetriebe in Mittelstellung). Dann Einstellschraube 30° bis 60° zurückdrehen (1/12 bis 1/e Umdrehung) und prüfen, ob sich die Zahnstange über den ganzen Bereich des Ritzeleingriffes frei bewegen läßt.

Anschließend Gegenmutter mit S-1292 in Verbindung mit einem handelsüblichen Drehmomentschlüssel nach vorgeschriebenem Drehmoment anziehen.

Nach späterem Einbau des Lenkgetriebes in das Fahrzeug ist im Verlauf einer Probefahrt (Kurvenfahrt) festzustellen, ob die Lenkung wieder selbständig in Geradeausstellung zurückläuft. Ist dies nicht der Fall, dann Einstellschraube entsprechend weiter zurückdrehen.
Axialgelenk mit Spurstange am jeweiligen Ende der Zahnstange festschrauben - nach vorgeschriebenem Drehmoment anziehen.
Axialgelenk an Zahnstange mit Sicherungsschlüssel KM-159 sichern.

Die neue Sicherungsstelle (Quetschstelle) am Axialgelenk muß mindestens um 90° gegenüber der bisherigen Sicherungsstelle versetzt sein. Stets über einer der beiden abgeflachten Stellen an der Zahnstange sichern.
Bei neuen Axialgelenken mit Spurstangen darauf achten, daß die Sicherung im unteren vorderen Bereich der Zahnstange vorgenommen wird.
Beide Faltenbälge auf jeweiliges Axialgelenk und auf Lenkgehäuse aufschieben und mit Klemmdrähten befestigen. Das Drahtende zeigt jeweils nach vorn. Der Faltenbalg darf nach seiner Befestigung nicht verdreht sitzen, d. h. die einzelnen Balgrillen müssen senkrecht stehen.
Spurstangengelenke gleichmäßig tief auf Spurstange aufschrauben, aber noch nicht mit Gegenmutter kontern, da nach Einbau des Lenkgetriebes in das Fahrzeug die Einstellung der Vorspur vorgenommen werden muß.

Achtung: Diese Arbeit erfordert große Sorgfalt, bitte nicht im Hau- ruck verfahren!

 

©Hubertus Hellwig (WEBMASTER)